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Blasenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Blasenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Harnwegsinfektionen lassen sich anhand mehrerer Kriterien differenzieren, darunter die Lokalisation (obere oder untere Harnwege), den Schweregrad (kompliziert oder unkompliziert), die Dauer (akut oder chronisch) sowie den Erreger (typisch oder atypisch). Die Unterscheidung dieser Kriterien beeinflusst die Auswahl der Therapie und die Prognose der Erkrankung. In diesem Blog besprechen wir die akute und unkomplizierte Zystitis, uns allen als "normale" Blasenentzündung bekannt.

Was ist eine unkomplizierte akute Blasenentzündung?

Eine unkomplizierte akute Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, ist eine nicht schwerwiegende Entzündung der Harnblase. Sie kann mit einer Infektion der Harnröhre (Urethritis) einhergehen. Man spricht dann von einer Urethrozystitis.

Sie kann leicht behandelt werden und heilt meist problemlos ab. Allerdings gibt es weitere Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit eine Harnwegsinfektion als "unkompliziert" bezeichnet werden kann: die Beschwerden beschränken sich auf den unteren Harntrakt (Harnblase und Harnröhre) und es bestehen keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder Komplikationen. Das heißt, es gibt im Harntrakt keine relevanten Anomalien (zum Beispiel anatomische Anomalien wie doppelter Harnleiter etc.) und es liegen keine bedeutenden Nierenfunktionsstörungen oder relevanten Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus vor.

Wie entsteht eine akute Blasenentzündung?

Die Hauptursache für Zystitis sind Bakterien. In mehr als drei Vierteln der Fälle ist der Erreger Escherichia coli (E. coli), ein Bakterium aus der Darmflora. Auch Keime namens Proteus, Klebsiella und Pseudomonas sind häufige Auslöser. Gelegentlich entsteht eine Zystitis durch Hefepilze oder Viren.

Die Erreger gelangen über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu einer lokalen Entzündung.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da erstens ihre Harnröhre kürzer ist und die anatomischen Verhältnisse insgesamt eine Keimbesiedelung begünstigen. Mehr als die Hälfte aller Frauen hat mindestens einmal in ihrem Leben eine Zystitis. Fünf bis zehn Prozent dieser Betroffenen erleben wiederholte Blasenentzündungen. Vorwiegend betroffen sind junge Frauen, Schwangere und Frauen nach den Wechseljahren.

Ein Harnwegsinfekt kann durch folgende Faktoren begünstigt werden:

  • sexuelle Aktivität (Stichwort „Honeymoon-Zysitis”)
  • zu geringe tägliche Trinkmenge
  • Hormonveränderungen durch Schwangerschaft oder Menopause (z.B. Östrogenmangel)
  • Harnabflussstörungen ( z.B. anatomischen Anomalien im Harnleiter, Harnblasen Steine)
  • Restharn (bei Blasenentleerungsstörungen z.B. durch Gebärmuttersenkung, schwache Blasenmuskulatur im Alter oder durch neurologische Ursachen)
  • Immunschwäche (z.B. durch Stress)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • falsche o. zu starke Intimpflege
Was sind Symptome einer Blasenentzündung?

Typische Symptome einer Harnblasenentzündung  sind:

  • brennendes Gefühl beim Wasserlassen (Algurie)
  • imperativer Harndrang
  • häufiges Wasserlassen (Pollakisurie),
  • Schmerzen im Unterbauch oberhalb des Schambeins (Symphyse)
  • Trüber oder auch blutiger Urin

Bei einer unkomplizierten Zystitis treten in der Regel  keine systemischen Symptome wie Fieber auf.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt in der Regel auf Basis der typischen Symptome und einer Urinuntersuchung.

Anamnese:

Zunächst wird die behandelnde Ärztin oder der Arzt eine genaue Befragung durchführen, um die Ursache der Beschwerden einzuordnen. Am genauesten kann man die Wahrscheinlichkeit einer akuten Zystitis mit Hilfe eines systematischen Fragebogens, dem sogenannten Acute Cystitis Symptom Score (ACSS), erfassen. Hierbei werden auch Differentialdiagnosen und Nebenbefunde abgefragt.

Urinteststreifen:

Zur näheren Abklärung erfolgt dann meist eine Untersuchung des Mittelstrahlurins mithilfe eines Urinschnelltests (auch „U-stix“ genannt).

Auf diesem Streifen können Substanzen im Urin detektiert werden, die auf bestimmte Erkrankungen hindeuten. Bei einer Blasenentzündung finden sich häufig Nitrit (ein Abbauprodukt einiger Bakterien), Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die bei Entzündungen erhöht sind) oder auch rote Blutkörperchen/Erythrozyten (Blut im Urin). Auch der pH-Wert des Urins kann verändert sein.

Good to know:

  • Erythrozyten (rote Blutkörperchen) finden sich bei Frauen häufiger im Urin, vor allem um den Zeitpunkt der Menstruation herum.
  • Es gibt auch Bakterien, die kein Nitrit bilden. Hier würde der Test kein Nitrit nachweisen, obwohl eine bakterielle Infektion besteht. Dennoch konnten Studien zeigen, dass bei den Teststreifen vor allem der Nitritnachweis mit einer Harnwegsinfektion verbunden ist. In einer Studie hatten 95 Prozent mit positivem Nitrittest in der späteren Labordiagnostik nachgewiesene Keime im Urin. Allerdings war dies auch bei 45 Prozent mit negativem Test der Fall.

Labordiagnostik:

In den meisten Fällen reichen zur Diagnosestellung eine Anamnese (Befragung) und die Durchführung eines Urinschnelltests aus.

Gelegentlich muss aber eine weitere Abklärung erfolgen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man unter häufigen Harnwegsinfekten leidet, ein Harnwegsinfekt trotz antibiotischer Therapie nicht weggeht oder wenn der Verdacht auf eine in die Niere „aufsteigende“ Infektion besteht. In diesen Fällen wird eine Probe vom Urin ins Labor geschickt, um diese näher zu untersuchen. Hier wird dann ein Urinsediment und eine Urinkultur mit Antibiogramm gemacht. Es werden dadurch die genauen krankheitsverursachenden Bakterienstämme nachgewiesen und gleichzeitig eine Testung durchgeführt, auf welches Antibiotikum diese Bakterien reagieren.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Die Therapie hängt natürlich von der Ursache ab.

Die Standardbehandlung bei bakterieller Zystitis besteht aus einem Antibiotikum. Bei akuter und unkomplizierter Zystitis wird meist eine sogenannte kalkulierte Antibiotikatherapie ohne Resistenztestung durchgeführt. Das bedeutet, man wählt ein Breitspektrum-Antibiotikum, das gegen verschiedene Keime wirkt, ohne vorher zu testen, ob die vorhandenen Keime darauf reagieren.

Außerdem empfiehlt der Arzt allgemeine Maßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr (viel trinken), regelmäßige Blasenentleerung und lokale Wärmeanwendung (z.B. Wärmflasche). Die Blasenkrämpfe können auch mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen behandelt werden.

Zudem haben alternative Mittel wie D-Mannose, Cranberry-Kapseln oder -Sirup und Brunnenkresse sehr gute Ergebnisse gezeigt.

Insbesondere die D-Mannose hat in einigen kleineren Studien gute Effekte gezeigt und wird sehr gerne zur Prävention einer Blasenentzündung empfohlen, aber auch als Begleittherapie zu einer Antibiotikatherapie angeboten.

Folgende allgemeine Verhaltensmaßnahmen sind hilfreich für eine schnelle Besserung:

  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (2-3 Liter/Tag), vorzugsweise Wasser oder Kräutertees, um die Bakterien aus der Harnblase auszuspülen.
  • Vermeiden Sie während der Behandlung den Konsum von alkoholischen Getränken.
  • Verzichten Sie auf reizende Substanzen wie Nikotin.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige, vollständige Blasenentleerung.
  • Vermeiden Sie übermäßige körperliche Anstrengung und halten Sie sich warm.
  • Auch lokale Wärmeanwendung (Wärmflasche oder warmes Körnerkissen), direkt auf die Blasengegend, d.h. oberhalb des Schambeins (Symphyse), kann Erleichterung verschaffen.

Muss es immer ein Antibiotikum sein?

Bekanntermaßen können häufige oder falsche Behandlungen mit Antibiotika nicht nur zu unerwünschten Nebenwirkungen, sondern auch zu einer Resistenz (Widerstandsfähigkeit) der Bakterien führen. Das Resultat ist, dass die eingesetzten Antibiotika nicht mehr wirken. In der Folge sind die Infektionen nicht mehr mit den vorhandenen Medikamenten therapierbar und ziehen chronische Verläufe oder Folgeschäden nach sich.

In leichten bis mittelschweren Fällen kann eine alleinige symptomatische Behandlung mit Hausmitteln wie Blasen- und Nierentees oder Wärmeanwendung gegebenenfalls kombiniert mit alternativen Mitteln wie D-Mannose oder pflanzlichen Heilmitteln ausreichen.

Die deutschen Leitlinien geben dafür nur eine “Kann-Empfehlung”. Es fehlen hierzu noch größere, aussagekräftige Studien. Eine überlegte Entscheidung gemeinsam mit einem Arzt ist daher ratsam.

Die wichtigsten pflanzlichen und natürlichen Helfer:

  • Bärentraube (Uva Ursi): Bärentraube ist bekannt für ihre antibakteriellen Eigenschaften. Der Extrakt dieses Krauts kann helfen, das Wachstum von Bakterien in der Blase zu hemmen. Wichtig: Bärentraube kann als Nebenwirkung Übelkeit und Erbrechen haben. Die Mittel aus der Bärentraube sollten ohne ärztliche Aufsicht nicht länger als eine Woche und maximal 5-mal pro Jahr eingenommen werden.
  • Brennnessel: Brennnessel hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei Blasenentzündungen lindernd wirken. Als Tee konsumiert, kann Brennnessel dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren.
  • Goldrute: Goldrute wird traditionell zur Unterstützung der Harnwege verwendet. Es wird angenommen, dass sie entzündungshemmende und harntreibende Eigenschaften hat, die bei Blasenentzündungen nützlich sein können.
  • Kamille: Kamille hat beruhigende und entzündungshemmende Eigenschaften. Kamillentee kann helfen, Irritationen in der Blase zu lindern. Ein warmes Kamillenbad kann ebenfalls angenehm sein.
  • Cranberry: Cranberry-Saft oder -präparate werden oft zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündungen empfohlen. Es wird angenommen, dass bestimmte Inhaltsstoffe in Cranberries das Anhaften von Bakterien an die Blasenwand verhindern.
  • Echinacea: Echinacea wird traditionell zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Es könnte dazu beitragen, die Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen zu steigern.
  • Auch Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wirken gegen Bakterien und lindern die Beschwerden.
  • Die D-Mannose, ein Einfachzucker, verhindert das Anheften der E-Coli-Bakterien an der Blasenwand. Somit werden sie im Urin ausgespült und eliminiert. So kann sowohl die Heilung einer schon vorhandenen Blasenentzündung unterstützt als auch vorgebeugt werden.

Wann sollte ich zum Arzt/Ärztin gehen?

Wenn die Blasenentzündung starke Schmerzen verursacht, die dich im Alltag einschränken, und/oder wenn sich die Beschwerden trotz der Anwendung von Hausmitteln über mehrere Tage nicht bessern, wird dir der Arzt wahrscheinlich ein Antibiotikum verschreiben. Die Symptome einer Blasenentzündung klingen üblicherweise 1 bis 3 Tage nach Beginn einer Antibiotikatherapie ab.

Wenn Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen hinzukommen, kann es sich um einen komplizierten Harnwegsinfekt handeln. Hier wird immer ein Antibiotikum benötigt und es sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das gilt auch für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen komplizierten Verlauf haben, wie z.B. Schwangere, Kinder und immungeschwächte Patienten. Auch Männer sollten eine Blasenentzündung immer ärztlich abklären lassen.

Wie kann ich einer Blasenentzündung vorbeugen?

Nicht immer kann eine Blasenentzündung verhindert werden. Aber durch bestimmte Maßnahmen kann der Körper unterstützt werden.

Hier sind einige Tipps, um das Risiko einer Zystitis zu reduzieren:

  • Gute Intimhygiene: Achte auf eine gründliche Intimhygiene, insbesondere nach dem Toilettengang. Wische von vorne nach hinten ab, um das Eindringen von Darmbakterien in die Harnröhre zu vermeiden.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Du solltest ausreichend Wasser trinken, um die Blase regelmäßig zu spülen. Dies kann helfen, Bakterien auszuschwemmen und die Harnwege sauber zu halten.
  • Urinieren nach dem Geschlechtsverkehr: Nach dem Geschlechtsverkehr möglichst immer auf die Toilette gehen, um eventuell eingedrungene Bakterien aus der Harnröhre zu spülen.
  • Vermeidung von reizenden Substanzen: Verzichte auf reizende Substanzen wie Nikotin, da sie die Schleimhäute der Harnwege reizen können.
  • Lockere, atmungsaktive Unterwäsche: Am besten ist lockere, atmungsaktive Unterwäsche, um eine gute Belüftung im Intimbereich zu gewährleisten und die Vermehrung von Bakterien zu minimieren.
  • Vermeidung von übermäßigem Gebrauch von Intimsprays und -deodorants: Diese Produkte können die empfindliche Haut im Genitalbereich reizen und die Schleimhautflora durcheinanderbringen und so das Risiko von Infektionen erhöhen.
  • D-Mannose-Pulver: D-Mannose ist eine natürlich vorkommende Zuckerverbindung, die in einigen Früchten vorkommt. Man kann sie als Pulver rezeptfrei erhalten. Sie verhindert, wie erwähnt, die Anheftung der E-Coli Bakterien an der Blasenwand und trägt somit auch zur Vorbeugung einer Blasenentzündung bei. Die empfohlene Menge zur Vorbeugung ist 2g/Tag.
  • Cranberrysaft: Cranberries enthalten unter anderem den Einfachzucker D-Mannose. Der regelmäßige Konsum von Cranberrysaft kann dazu beitragen, das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand zu erschweren.
  • Richtige Hygiene: Den Intimbereich möglichst nur mit warmem Wasser reinigen. Die natürliche Flora kann sonst durch Waschlotionen oder übermäßige Intimhygiene gestört werden.
  • Vermeidung von übermäßigem Gebrauch von Intimsprays und -deodorants: Diese Produkte können die empfindliche Haut im Genitalbereich reizen und das Risiko von Infektionen erhöhen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und trägt zur allgemeinen Gesundheit bei, was wiederum das Risiko von Infektionen verringern kann.
  • Vermeidung von übermäßigem Gebrauch von Antibiotika: Der übermäßige Einsatz von Antibiotika kann das Gleichgewicht der natürlichen Bakterienflora stören und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Antibiotika sollten nur nach ärztlicher Verschreibung eingenommen werden.
  • Regelmäßige Arztkontrollen: Bei Problemen im Genitalbereich, wie begleitendem vaginalen Juckreiz, ist es ratsam, sich bei einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen vorzustellen, um mögliche Ursachen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen sollte immer ein Arzt konsultiert werden, um die genaue Ursache zu klären und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

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