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Die Pille und Antibiotika

Die Pille und Antibiotika

Die gleichzeitige Einnahme der Pille mit Antibiotika kann Wechselwirkungen hervorrufen, die die Wirksamkeit der Pille herabsetzen und so den sicheren Empfängnisschutz beeinträchtigen.

Wie zuverlässig ist die Pille und wann ist ihre Wirkung beeinträchtigt?

Die Pille ist mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 eine äußerst zuverlässige Verhütungsmethode, wenn sie ordnungsgemäß eingenommen wird. So genannte Anwendungsfehler aber können die Wirksamkeit herabsetzen und somit das Risiko einer unerwünschten Schwangerschaft erhöhen. Eine gleichzeitige Einnahme von anderen Medikamenten kann außerdem zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen führen. Generell ist es ratsam, den Beipackzettel genau zu lesen und Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin zu halten. Außerdem ist es sinnvoll, während der Einnahme zusätzlich mit einer Barrieremethode (z.B. Kondom) zu verhüten.

Wie werden die Wirkstoffe der Pille im Körper aufgenommen?
  1. Aufnahme und Absorption im Magen : Nach der Einnahme gelangt die Pille in den Magen, wo Magensäure und Verdauungsenzyme die ersten Prozesse in Gang setzen, um die Inhaltsstoffe verwertbar zu machen. Auch der Magen absorbiert schon einen Teil des Wirkstoffs.
  2. Resorption im Darm: Die aktiven Inhaltsstoffe der Pille, einschließlich des synthetischen Östrogens (Ethinylestradiol), werden über die Darmwand ins Blut aufgenommen. Die vollständige Resorption (vereinfacht: Aufnahme) der Wirkstoffe im Körper dauert mindestens vier Stunden.
  3. Transport im Blutkreislauf: Das nun im Blut zirkulierende Östrogen wird durch den Blutkreislauf zu verschiedenen Geweben und Organen im Körper transportiert. Der größte Teil des im Darm absorbierten Östrogens gelangt direkt zur Leber, bevor es in den Kreislauf gelangt. In der Leber wird das Östrogen metabolisiert (umgewandelt), das heißt, es werden chemische Veränderungen daran vorgenommen, um es in eine inaktive oder weniger aktive Form zu verwandeln. Dies geschieht hauptsächlich durch Enzyme im Leberstoffwechsel. Nach der Metabolisierung wird das veränderte Östrogen zusammen mit anderen Stoffwechselprodukten in die Gallenflüssigkeit (ein kleinerer Teil über den Urin) ausgeschieden und von dort aus gelangt es wieder in den Darm. Ein Teil des im Darm ausgeschiedenen Östrogens wird nun erneut über die Darmschleimhaut aufgenommen und gelangt durch den sogenannten enterohepatischen Kreislauf wieder zurück in die Leber. Dieses wiedergewonnene Östrogen ist aktiv und hat weiterhin eine Wirkung auf den Körper. Dieser Kreislauf trägt also zur Regulation der Hormonspiegel bei.
Wie können Antibiotika die Wirkung der Pille stören?

Es gibt verschiedene Mechanismen, durch die Antibiotika und die Pille miteinander interagieren können. Einige Antibiotika können die Aufnahme der Wirkstoffe beeinträchtigen, andere Antibiotika beschleunigen den Abbau von Hormonen in der Leber, insbesondere von Östrogen.

Verminderte Aufnahme

Zu den bekannten Nebenwirkungen von Antibiotika gehört der Einfluss auf den Darm. Vereinfacht erklärt: Sie töten Erreger bzw. Bakterien ab, allerdings auch die nützlichen Bakterien der Darmflora. So übernimmt die Darmflora zum Beispiel auch die Aufnahme (Resorption) des in der Pille enthaltenen Östrogen. Die Störung der Darmflora kann also zur Folge haben, dass der Körper das durch die Pille zugeführte Östrogen nicht ausreichend über den Darm aufnimmt und hierdurch die Wirkung der Pille herabgesetzt ist, was das Risiko für eine unerwünschte Schwangerschaft erhöht. In manchen Fällen führt ihre Einnahme von Antibiotika auch zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Medikamente wie auch die oralen Kontrazeptiva müssen aber, wie bereits erwähnt, mindestens vier Stunden im Magen-Darm-Trakt verbleiben, um vom Körper effektiv aufgenommen zu werden. Wird dieser Zeitraum nicht eingehalten, besteht durch die Pille kein ausreichender Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Beschleunigter Abbau und verminderte Rückgewinnung

Einige Antibiotika, insbesondere Rifampicin und Rifambutin (Antibiotika zur Behandlung von Tuberkulose oder schweren Infektionen mit Staphylokokken), können die Aktivität von Leberenzymen auslösen. Wie schon erwähnt, sind diese Enzyme für die Metabolisierung (Umwandlung) und Abbau von Substanzen im Körper, auch dem des Östrogens, verantwortlich. Wird dieses Enzymsystem also aktiviert, so kommt es zu einem beschleunigten Abbau des Östrogens. Dieser beschleunigte Abbau und die durch die gestörte Darmflora verminderte Rückaufnahme des “abgebauten” bzw. inaktiven Östrogens führen zu einer Verringerung der Hormonkonzentrationen im Blut. Die verringerte Menge der im Blut verfügbaren Hormone kann die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen.

Anmerkung: Die Gestagene durchlaufen nicht diesen sogenannten Leber-Darm-Kreislauf. Sie werden in der Leber zwar zu inaktiven Formen umgewandelt aber praktisch nicht wieder zurückresorbiert, sondern gleich über die Nieren ausgeschieden. Hier hat diese spezielle Wechselwirkung durch die Antibiotika also keinen so großen Effekt. Da der genaue Mechanismus und auch die Relevanz der Wechselwirkungen mit Antibiotika noch nicht abschließend geklärt ist, kann auch von einer Beeinträchtigung der Wirkung bei reinen Gestagenpillen ausgegangen werden.

Gibt es bei allen Antibiotika eine Wechselwirkung mit der Pille?

Nicht alle Antibiotika haben eine Wechselwirkung mit der Pille bzw. induzieren nur einige den oben beschriebenen Lebermetabolismus.

Beispielsweise gehören Antibiotika wie Penicilline, Cephalosporine, Tetracycline und Makrolide nicht zu den Substanzen, die einen signifikanten Einfluss auf die Wirksamkeit von oralen Kontrazeptiva haben.

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass individuelle Reaktionen variieren können und in Ausnahmefällen trotzdem eine verringerte Wirksamkeit der Empfängnisverhütung auftreten kann. Daher ist es ratsam, grundsätzlich während der Einnahme von Antibiotika zusätzliche Verhütungsmethoden wie Kondome zu verwenden, um das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu minimieren.

Der durch die Antibiotika gestörte Leber-Darm-Kreislauf spielt wie erwähnt bei Gestagenen keine essentielle Rolle und möglicherweise haben reine Gestagenpillen (Minipille) keinen Wirkungsverlust bei gleichzeitiger Einnahme. Da aber der genaue Mechanismus und auch die Relevanz der Wechselwirkungen mit Antibiotika noch nicht abschließend geklärt ist, kann keine sichere Aussage getroffen werden. Es ist also nicht entscheidend welche “Pillenart”, also Minipille (reines Progesteron-Präparat) oder Kombinationspille (Östrogen-Progesteron-Kombination) Du einnimmst. Im besten Fall solltest Du immer Vorkehrungen durch “doppelte” Verhütung treffen.

Wie schützt man sich während der Einnahme von Antibiotika vor einer ungewollten Schwangerschaft?

Damit das Risiko von Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen zuverlässig bewertet werden kann, ist eine individuelle ärztliche Beratung bei Einnahme von Antibiotika und oraler Kontrazeptiva notwendig. Daher ist es also besonders wichtig, bei der Verschreibung der Antibiotika auf die gleichzeitige Einnahme der Pille hinzuweisen.

Um eine zuverlässige Verhütung sicherzustellen, wenn Antibiotika eingenommen werden, sollten weitere Verhütungsmaßnahmen getroffen werden. Die Verwendung von Barrieremethoden wie Kondomen bietet zusätzlichen Schutz, da sie nicht vom Abbau von Hormonen im Körper betroffen sind. Grundsätzlich solltest Du bis zu sieben Tage nach dem Absetzen des Medikaments “doppelt” verhüten, damit ein ausreichender Empfängnisschutz gewährleistet ist. Mit dem Start der Pillenpause und dem Beginn der Regelblutung kann auf weitere Verhütungsmittel verzichtet werden. Wird das Antibiotikum während der Pillenpause eingenommen (und mit Beginn des neuen Blisters die Einnahme von Antibiotika beendet), sollte bis zur Einnahme der siebten Pille aus der neuen Packung zusätzlich verhütet werden. Danach ist der empfängnisverhütende Schutz wiederhergestellt.

Quellen: 

https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/pearl-index

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-16-2018/frau-muss-sich-nicht-vor-antibiotika-fuerchten

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