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Du liest: Bin ich in der Menopause? Eine Checkliste für mehr Klarheit

Der Körper verhält sich anders als bisher. Die Periode kommt unregelmäßig, der Schlaf ist weniger erholsam, und Beschwerden tauchen auf, die sich schwer einordnen lassen. Die Frage, die viele Frauen in dieser Phase beschäftigt: Sind das bereits die Wechseljahre oder hat das eine andere Ursache?

Diese Unsicherheit ist nachvollziehbar, denn die Menopause kündigt sich nicht mit einem einzigen klaren Ereignis an. Sie ist ein schrittweiser Prozess mit sehr individuellen Verläufen. Was es gibt, sind gut dokumentierte Zeichen und genau diese haben wir in einer Checkliste zusammengefasst, ergänzt um die medizinischen Hintergründe.

Was bedeutet Menopause und was ist der Unterschied zur Perimenopause?

Die Begriffe Menopause, Wechseljahre und Perimenopause werden im Alltag oft synonym verwendet. Medizinisch beschreiben sie jedoch unterschiedliche Phasen:

  • Menopause bezeichnet einen einzelnen Zeitpunkt: die letzte Menstruationsblutung. Diese lässt sich erst im Nachhinein bestimmen; nämlich dann, wenn danach zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist.
  • Perimenopause ist die Übergangsphase, die der Menopause vorausgeht: Sie kann vier bis acht Jahre dauern und ist die Phase, in der die meisten Beschwerden auftreten.
  • Postmenopause bezeichnet die Zeit nach dem Zwölf-Monate-Marker: Die hormonellen Veränderungen stabilisieren sich allmählich.
  • Klimakterium oder Wechseljahre ist der Oberbegriff für die gesamte Übergangsphase: von den ersten Zyklusveränderungen bis einige Jahre nach der Menopause.

Das durchschnittliche Menopausealter liegt in Deutschland bei etwa 51 bis 52 Jahren, mit einer Spanne von 45 bis 56 Jahren. Die Perimenopause beginnt häufig bereits ab Mitte oder Ende 40.

Wie wird die Menopause diagnostiziert?

Eine wichtige Information vorab: Bei Frauen über 45 Jahren mit typischen Symptomen ist laut aktuellen medizinischen Leitlinien keine Blutuntersuchung erforderlich, um eine Perimenopause oder Menopause zu diagnostizieren. Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte und den beschriebenen Symptomen.

Für Frauen unter 40 Jahren ist eine Hormonuntersuchung (FSH-Wert) wichtig, um eine vorzeitige Menopause, die sogenannte Primäre Ovarialinsuffizienz, auszuschließen. Auch zwischen 40 und 45 Jahren kann eine Blutuntersuchung bei unklaren Beschwerden sinnvoll sein.

Die Checkliste: 12 Zeichen, die auf die Menopause hinweisen

Gehe die Punkte in Ruhe durch. Ein Zeichen allein ist keine Diagnose, aber je mehr Punkte zutreffen und je deutlicher die Beschwerden sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Perimenopause oder Menopause vorliegt.

Checkliste Menopause

Einordnung: Was sagt die Checkliste aus?

  • 1 bis 3 Kreuze:

Möglicherweise erste hormonelle Veränderungen, möglicherweise auch andere Ursachen wie Stress, Schlafmangel oder eine Schilddrüsenstörung. Es empfiehlt sich, die Beschwerden zu beobachten und bei anhaltenden Symptomen das Gespräch mit der Ärztin zu suchen.

  • 4 bis 7 Kreuze:

Vieles deutet auf eine beginnende Perimenopause hin, besonders wenn Du zwischen 40 und 52 Jahren bist. Eine gynäkologische Begleitung ist sinnvoll.

  • 8 oder mehr Kreuze:
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du Dich in der Perimenopause oder Menopause befindest. Eine ärztliche Einordnung hilft, die Beschwerden gezielt zu behandeln - die Optionen dafür sind heute vielfältig und wirksam.

Wann ist eine ärztliche Abklärung dringend empfohlen?

Unabhängig von der Checkliste sollten bestimmte Beschwerden immer ärztlich abgeklärt werden:
  • - Sehr starke oder ungewöhnlich veränderte Blutungen
  • - Blutungen nach einer Pause von mehr als zwölf Monaten; diese müssen stets untersucht werden.
  • - Typische Menopausensymptome vor dem 40. Lebensjahr (Verdacht auf vorzeitige Menopause)
  • - Ausgeprägte depressive Symptome

Was sind die nächsten Schritte?

Wenn der Verdacht besteht, in der Perimenopause oder Menopause zu sein, gibt es gute Neuigkeiten: Diese Phase ist gut behandelbar. Die Hormonersatztherapie (HET) ist die wirksamste medizinische Option gegen viele Beschwerden. Daneben stehen natürliche Alternativen wie Phytoöstrogene, Ernährungsanpassungen und gezielte Bewegung zur Verfügung.

Wer nicht lange auf einen Gynäkologietermin warten möchte, hat heute auch die Möglichkeit, telemedizinische Beratung in Anspruch zu nehmen - unkompliziert und ohne Wartezeit.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich in der Perimenopause noch schwanger werden?

Ja. Solange die Periode nicht zwölf Monate lang vollständig ausgeblieben ist, ist eine Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Frauen unter 50 Jahren sollten noch mindestens zwei Jahre nach der letzten Menstruation verhüten, Frauen über 50 noch mindestens ein Jahr.

Kann ein Bluttest zeigen, ob ich in der Menopause bin?

Für Frauen über 45 Jahren in der Regel nicht zuverlässig. Der FSH-Wert schwankt in der Perimenopause erheblich, ein einzelner Messwert ist wenig aussagekräftig. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der Symptome und der Zyklusgeschichte.

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Die Perimenopause dauert im Durchschnitt vier bis acht Jahre. Das gesamte Klimakterium einschließlich der Postmenopause kann zehn bis zwölf Jahre umfassen. Vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen können bei einem Teil der Frauen auch nach der Menopause noch einige Jahre anhalten.

Quellen
1. MSD Manual Profi-Ausgabe: Menopause 
2. Harlow SD et al. (STRAW+10 Collaborative Group): Executive Summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop 
3. Menopause Zentrum: Menopause Diagnose verstehen: Frühwarnzeichen erkennen und behandeln.
4. Gesundheit.gv.at, Österreichisches Gesundheitsportal: Wechseljahre-Symptome.
5. Apotheken Umschau: Hormontest in den Wechseljahren - Wann ein Test wirklich sinnvoll ist.
6. Perifit.co: Was sind die 34 Symptome der Wechseljahre? 

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