Zum Inhalt springen
0

Dein Warenkorb ist leer

Weiter einkaufen
Du liest: Menopause: Ab wann gilt mein Zyklus als unregelmäßig?

Ein Zyklus, der jahrelang verlässlich war, verändert sich plötzlich: mal kürzer, mal länger, mal stärker, mal kaum vorhanden. Viele Frauen fragen sich in dieser Phase, ob das noch im Bereich des Normalen liegt oder ob bereits die Perimenopause begonnen hat.

Die gute Nachricht: Es gibt medizinisch klar definierte Grenzwerte, die Orientierung geben. Diese erklären wir in diesem Artikel vollständig, einschließlich der hormonellen Hintergründe und der Frage, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Was gilt als normaler Zyklus?

Ausgangspunkt jeder Einordnung ist die Definition eines unauffälligen Zyklus:

  • Normale Zykluslänge: 24 bis 38 Tage
  • Normale Schwankungsbreite innerhalb eines Jahres: nicht mehr als 7 bis 9 Tage Unterschied zwischen dem kürzesten und längsten Zyklus
  • Normale Blutungsdauer: 2 bis 7 Tage

Der klassische 28-Tage-Zyklus ist ein statistischer Durchschnittswert. In der Praxis ist er selten die Norm. Zyklen zwischen 24 und 38 Tagen gelten medizinisch als vollständig unauffällig.

Ab wann gilt der Zyklus als unregelmäßig?

Hier die konkreten medizinischen Grenzwerte im Überblick:

Definition nach Cyclotest / allgemein klinisch

Ein Menstruationszyklus gilt als unregelmäßig, wenn er kürzer als 23 oder länger als 35 Tage dauert  oder wenn die Schwankungen von Zyklus zu Zyklus mehr als 8 Tage betragen.

Definition nach medizinischem Standard (u.a. Agnucaston)

Mediziner sprechen von einem unregelmäßigen Zyklus, wenn die Schwankungen der Dauer von Blutung zu Blutung mehr als 7 Tage betragen. Beispiel: Ein Zyklus dauert 25 Tage, der nächste 35 Tage. Das ist eine Differenz von 10 Tagen und gilt als unregelmäßig.

Definition der DAK Gesundheit

Ein Zyklus gilt als unauffällig, wenn er zwischen 24 und 38 Tagen dauert und der Unterschied zwischen dem kürzesten und längsten Zyklus innerhalb eines Jahres nicht mehr als 7 bis 9 Tage beträgt.

Die entscheidende Zahl lautet 7:

  • Wenn aufeinanderfolgende Zyklen um mehr als 7 Tage voneinander abweichen, also beispielsweise einmal 26 und dann 34 Tage, gilt das medizinisch als Beginn einer Zyklusunregelmäßigkeit.
  • Und genau das ist der Schwellenwert, den das international anerkannte STRAW+10-Klassifikationssystem als frühen Beginn der Perimenopause definiert.

Das STRAW+10-System

Die medizinische Referenz für die Perimenopause
Das STRAW+10-System (Stages of Reproductive Aging Workshop) ist das weltweit anerkannte Klassifikationssystem für die reproduktive Alterung der Frau. Es nutzt den Menstruationszyklus als primären Messparameter und unterscheidet zwei Stadien der Perimenopause:

Frühe Perimenopause (STRAW -2)

  • Beispiel: Der Zyklus war bisher 28 Tage lang und beträgt nun 35 Tage. Das ist eine Abweichung von 7 Tagen
  • Fruchtbarkeit: grundsätzlich noch möglich, der Eisprung wird jedoch unregelmäßiger

Späte Perimenopause (STRAW -1)

  • Beispiel: Zwei Monate ohne Blutung, dann wieder eine Periode
  • Typische Symptome: intensive Hitzewallungen, ausgeprägte Schlafstörungen, emotionale Veränderungen

Menopause

12 aufeinanderfolgende Monate ohne Menstruation. Dieser Zeitpunkt wird stets retrospektiv bestimmt, denn erst im Nachhinein lässt sich sagen, dass die letzte Blutung die Menopause markiert hat.

Warum verändert sich der Zyklus in der Perimenopause?

Hinter den Zyklusveränderungen steht ein komplexer hormoneller Prozess. Die Eierstöcke produzieren ab dem 40. Lebensjahr zunehmend weniger Progesteron und später auch weniger Östrogen. Dieser Abfall verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Wellen.

  • Anovulatorische Zyklen: Immer häufiger findet kein Eisprung mehr statt. Ohne Eisprung wird kein Progesteron in der zweiten Zyklushälfte produziert.
  • Östrogen ohne Progesteron-Gegenspieler: Das kann zu einem veränderten Gebärmutteraufbau führen, was sich in stärkeren oder unregelmäßigeren Blutungen äußert.
  • Unvorhersehbare Östrogenschwankungen: Der Östrogenspiegel kann im gleichen Übergangsjahr zwischen unter 30 pg/ml und über 200 pg/ml schwanken.

Das erklärt, warum sich Zyklen in der Perimenopause so grundlegend verändern können: Der Körper menstruiert noch, jedoch nicht mehr nach dem gewohnten monatlichen Hormonrhythmus.

Wie verändert sich der Zyklus konkret?

Die Veränderungen verlaufen individuell und nicht linear. Typische Muster sind:

  • Zunächst kürzere Zyklen: Viele Frauen berichten, dass der Zyklus zu Beginn kürzer wird, beispielsweise von 28 auf 24 Tage, bevor er später länger wird.
  • Dann längere Abstände: Die Abstände zwischen den Blutungen nehmen zu. Zyklen von 45, 60 oder 90 Tagen sind in der späten Perimenopause möglich.
  • Veränderte Blutungsstärke: Mal schwächer, mal deutlich stärker als gewohnt.
  • Zwischenblutungen: Schmierblutungen außerhalb der Periode sind in der Perimenopause häufig und in der Regel harmlos. Bei anhaltenden oder sehr starken Blutungen sollten sie jedoch abgeklärt werden.
  • Vollständiges Aussetzen: Einzelne Monate ohne Blutung, und dann erneut eine Periode, sind typisch für die späte Perimenopause.
    Nach dem Einsetzen der Perimenopause kann die Zykluslänge zwischen 14 und 50 Tagen variieren. Diese Bandbreite verdeutlicht, wie individuell dieser Prozess verläuft.

Wann sind Zyklusabweichungen noch harmlos?

Nicht jede Schwankung weist auf die Wechseljahre hin. Einzelne, sporadische Abweichungen von ein bis fünf Tagen können durch Stress, Reisen, Erkrankungen, Gewichtsveränderungen oder intensiven Sport ausgelöst werden und sind in der Regel unbedenklich.

Als Richtwert gilt: Wenn die Unregelmäßigkeit über drei aufeinanderfolgende Zyklen anhält, ist ein Gespräch mit der Ärztin/ dem Arzt sinnvoll, besonders wenn Du jünger als 45 Jahre bist. Mache den Selbsttest: Bin ich in der Menopause?

Wann ist eine ärztliche Abklärung notwendig?

Zyklusveränderungen in der Perimenopause sind häufig und physiologisch. Es gibt jedoch Warnsignale, die stets untersucht werden sollten:

  • Sehr starke Blutungen, bei denen Binden oder Tampons stündlich gewechselt werden müssen
  • Blutungen nach einer Pause von mehr als zwölf Monaten - diese gelten als postmenopausale Blutung und müssen immer abgeklärt werden
  • Zyklusveränderungen vor dem 40. Lebensjahr (Ausschluss einer vorzeitigen Menopause)
  • Starke Schmerzen begleitend zu den Blutungsveränderungen
  • Zyklusunregelmäßigkeiten in Kombination mit weiteren Symptomen wie unerklärlichen Gewichtsveränderungen

Verhütung in der Perimenopause

Eine wichtige Information, die häufig übersehen wird: Auch bei unregelmäßigem Zyklus und deutlich reduzierter Fruchtbarkeit ist eine Schwangerschaft in der Perimenopause grundsätzlich noch möglich. Verhütung ist daher weiterhin relevant.

  • Frauen unter 50 Jahren: mindestens zwei Jahre nach der letzten Menstruation verhüten
  • Frauen über 50 Jahren: mindestens ein Jahr nach der letzten Menstruation verhüten

Welche Verhütungsmethode in dieser Lebensphase am besten geeignet ist, klärt am besten die Gynäkolog*in, denn hormonelle Veränderungen können Einfluss auf die Wahl der Methode haben.

Habe ich einen unregelmäßigen Zyklus?

Die wichtigste Maßnahme ist eine konsequente Zyklus-Dokumentation. Eine einfache App oder ein Kalender genügen. Notiert werden sollten Beginn, Dauer, Stärke und eventuelle Begleitsymptome. Drei bis vier Monate Dokumentation geben der Mediziner*in eine deutlich bessere Grundlage für die Einordnung als eine vage Erinnerung.

Wenn die Abstände zwischen den Blutungen zunehmend unregelmäßiger werden, ist das ein guter Zeitpunkt, das Thema Perimenopause aktiv anzugehen - mit einem Gespräch über Hormonersatztherapie, naturheilkundliche Unterstützungsmöglichkeiten oder telemedizinische Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Mein Zyklus ist seit zwei Monaten unregelmäßig - bin ich in der Perimenopause?

Möglicherweise. Wenn Du 40 oder älter bist und die Abweichungen mehr als 7 Tage betragen, sind das laut STRAW+10 erste Anzeichen einer frühen Perimenopause. Andere Ursachen wie Stress oder eine Schilddrüsenstörung sollten dabei ausgeschlossen werden.

Kann der Zyklus in der Perimenopause zwischenzeitlich wieder regelmäßiger werden?

Ja. Die Perimenopause verläuft nicht linear. Es gibt Phasen, in denen der Zyklus sich vorübergehend wieder stabiler anfühlt, bevor er erneut unregelmäßiger wird. Das ist Ausdruck der schwankenden Hormonspiegel.

Sind starke Blutungen in der Perimenopause normal?

Stärkere Blutungen können in der Perimenopause auftreten - häufig als Folge anovulatorischer Zyklen, bei denen kein Progesteron als Gegenspieler gebildet wird. Sehr starke Blutungen (Hypermenorrhoe) sollten dennoch abgeklärt werden, um andere Ursachen wie Myome oder Polypen auszuschließen.

Quellen
1. Cyclotest: Unregelmäßiger Zyklus - Ist Deine Periode unregelmäßig? 
2. DAK Gesundheit: Unregelmäßige Periode - Symptome, Ursachen und Einordnung 
3. The Daily Doctor / Australasian Menopause Society: Introducing the STRAW+10 criteria 
4. Broad Medical Group: Perimenopause - Symptoms, STRAW+10 Staging 
6. Kora Mikino: Zyklus in der Perimenopause - Veränderungen, Ursachen und Tipps 

Weiterlesen

Checkliste Menopause
Welche Pille passt zu mir?

Medikament wirklich entfernen?

Möchtest Du dieses Medikament wirklich aus dem Warenkorb entfernen?