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Migräne: Wenn die Periode noch nicht genug ist!

Migräne: Wenn die Periode noch nicht genug ist!

Wenn der Zyklus uns neben schlechter Laune, Rückenschmerzen und Müdigkeit auch noch mit einer Migräne beglückt… 🙄

Was hormonelle Veränderungen während der Periode damit zu tun haben was da genau im Körper ins Ungleichgewicht gerät, klären wir heute!

Zwei Typen von Menstruations-Migräne

Die Veränderung der Hormonspiegel während des Zyklus, vor allem vor der Periode ist ein potenzieller Auslöser der Migräneattacken. Die „Menstruationsmigräne“, wie sie oftmals medizinisch bezeichnet wird, lässt sich in zwei Erscheinungsformen teilen: die menstruelle Migräne und die menstruationsassoziierte Migräne.

  • Menstruelle Migräne: Die menstruelle Migräne bezeichnet schwere, lang anhaltende Migräneattacken, die uns unmittelbar vor oder während der Periode den Alltag erschweren.
  • Menstruationsassoziierte Migräne: Bei der menstruationsassoziierten Migräne spricht man von Migräneattacken, die zwar gehäuft im zeitlichen Zusammenhang mit der Regelblutung auftreten, aber auch in anderen Zyklusphasen auftreten können.

Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft leiden etwa 7% Prozent aller Migräne-Patientinnen an menstrueller Migräne, die menstruationsassoziierter Migräne ist noch deutlich häufiger.

Hormone und Migräne:

Nach der Pubertät leiden vor allem Frauen unter Migräne. Das könnte am Hormon Östrogen liegen. Sein Spiegel ändert sich während des Zyklus oft – er steigt zunächst in der ersten Zyklushälfte an, sinkt dann um den Eisprung herum in der zweiten Zyklusphase. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, so fällt er erneut kurz vor der Regel deutlich ab. Die niedrige Östrogenkonzentration beeinflusst im Gehirn den Spiegel des Botenstoffs Serotonin (auch “Glückshormon” genannt). Dieser nimmt zu Beginn der Menstruation ebenfalls ab, und führt in manchen Gehirnarealen zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit und Verengung der Blutgefäße. Das kann zu stärkeren Kopfschmerzen und auch schlechter Laune führen.

Es erklärt auch, warum sich bei Frauen nach den Wechseljahren oft die Migräne bessert. Auch in der Schwangerschaft und bei Einnahme der Pille im Langzeitzyklus kommt es seltener zu Migräneattacken.

Die Pille und ihre Migräne-Macken:

Hormonelle Verhütungsprodukte, wie die Antibabypille, können sich auf die Intensität der Migräne auswirken – hier lässt sich allerdings schwer generalisieren: So wie jede Antibabypille unterschiedlich zusammengestellt ist, so unterschiedlich wirkt sie sich auf Migränesymptome aus – lindernd oder verstärkend.

Wichtig: Bei einer Migräne (vor allem mit Aura) steigt das Risiko eines Schlaganfalls deutlich. Frauen mit einer diagnostizierten Migräne sollten daher zur Verhütung keine kombinierte Pille nehmen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) und andere Leitlinien empfehlen daher für Frauen mit Migräne reine Gestagenpräparate zur Verhütung.

Abschließend möchten wir Euch noch eine aktuelle Studie eines Forschungsteams der Klinik für Neurologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin vorstellen:
Hintergrund der Studie:

In Tiermodellen konnte bereits gezeigt werden, dass insbesondere die Schwankungen des Östrogenspiegels zu einer verstärkten Ausschüttung eines Entzündungsbotenstoffs namens CGRP (Calcitonin-related-Peptid) führt. Diese körpereigene Substanz wird auch bei Migräne verstärkt ausgeschüttet und bewirkt, dass sich die Blutgefäße im Gehirn stark erweitern und eine Entzündungsreaktion entsteht. Dies sind mögliche Gründe für die starken Kopfschmerzen bei Migräne.

In die Studie wurden 180 Frauen eingeschlossen. Die Forscher bestimmten bei den Probandinnen zweimal im Verlauf des Zyklus den CGRP-Spiegel. Die erste Bestimmung erfolgte während der Monatsblutung, die zweite zum Zeitpunkt des Eisprungs. Die Ergebnisse wurden mit Frauen ohne Migräne verglichen.

Das Ergebnis:

Die Konzentration an CGRP bei Migräne-Patientinnen ist während der Menstruation deutlich höher als bei den gesunden Probandinnen. Sie schütten also wenn  der Östrogenspiegel kurz vor der Regel abfällt, vermehrt CGRP aus. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass betroffene Frauen besonders während der Regel Migräneattacken haben.

Die Studie zeigte auch, dass Frauen, die die Pille einnehmen und Frauen nach der Menopause weniger Schwankungen der CGRP-Konzentration hatten.

Da die Probandenzahl vergleichsweise klein war, müssen die gewonnenen Erkenntnisse noch in größeren Studien bestätigt werden.

Welche Bedeutung haben nun diese Ergebnisse?

In den letzten Jahren sind neue Medikamente entwickelt worden, die sich gegen diesen Entzündungs -Botenstoff CGRP (sogenannte CGRP-Inhibitoren) richten.

Nach den Ergebnissen der Studie stellt sich nun zum Beispiel die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Medikamente zyklusabhängig zu verabreichen.

Da sich im Rahmen der Auswertungen aber ebenfalls gezeigt hat, dass auch Frauen ohne Hormonschwankungen Migräne bekommen, wird vermutet, dass bei ihnen andere Prozesse im Körper eine Rolle bei der Entstehung einer Attacke spielen.

In weiteren Studien wollen die Forscher nun all diese Ergebnisse näher untersuchen und herausfinden,  ob weitere körperliche Prozesse durch den Menstruationszyklus beeinflusst werden, die zur Entstehung von Migräneattacken beitragen könnten.

Dein Input ist gefragt!

Hast Du Probleme mit Migräneattacken? Lass uns dies unbedingt in dem medizinischen Fragebogen wissen, damit das Ärzteteam dies bei der Verschreibung in Betracht ziehen kann. Und wenn Du Tipps und Tricks hast, teile diese gerne in den Kommentaren. 💜

Quelle:
  1. Sex Hormones and Calcitonin Gene-Related Peptide in Women With Migraine: A Cross-sectional, Matched Cohort Study. Raffaelli B, et al. Neurology. 2023. PMID: 36813730
  2. Charité Pressemitteilung 23.02.2023: “Warum Migräne häufig während der Menstruation auftritt”
  3. Neurologen und Psychiater im Netz
  4. Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft
  5. Migräne-Patientinnen: Differenzierte Auswahl des Kontrazeptivums Dtsch Arztebl 2012; 109(3): A-103

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