Du merkst, dass weniger Milch kommt als noch vor ein paar Wochen? Das ist erst einmal kein Grund zur Panik. Die Milchmenge schwankt, und mit den richtigen Strategien lässt sich die Produktion in vielen Fällen wieder ankurbeln. Hier erfährst Du wie.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Die Milchmenge funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage: Je öfter und vollständiger die Brust entleert wird, desto mehr Milch wird produziert.
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Häufige Ursachen für einen Milchrückgang sind: seltenes Anlegen oder Pumpen, Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen (auch durch eine neue Schwangerschaft) und Einführung von Beikost.
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Abpumpen – insbesondere mit einer Doppelpumpe – ist eine der effektivsten Methoden, um die Milchmenge zu steigern.
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Kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt häufiges, vollständiges Entleeren der Brust.
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Lass Dich von einer Hebamme oder Stillberaterin begleiten, wenn der Milchrückgang anhält.
Die Milchmenge sinkt – woran liegt das?
Zunächst eine Entwarnung: Leichte Schwankungen der Milchmenge sind vollkommen normal. Manchmal fühlt sich die Brust weniger voll an – besonders nach den ersten Wochen, wenn der Körper gelernt hat, genau so viel Milch zu produzieren, wie Dein Baby braucht. Das bedeutet nicht automatisch, dass weniger Milch da ist.
Wenn Du jedoch merkst, dass Dein Baby nach dem Stillen unzufrieden ist, deutlich seltener oder kaum noch nasse Windeln hat oder Du beim Abpumpen deutlich weniger Milch bekommst als zuvor – dann lohnt es sich, der Ursache auf den Grund zu gehen.
Häufige Gründe für einen echten Milchrückgang:
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Seltenes Anlegen oder Pumpen: Dein Körper produziert weniger, weil weniger abgerufen wird.
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Stress und Erschöpfung: Kortisol hemmt den Milchspendereflex und die Prolaktinausschüttung.
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Einführung von Beikost oder Fläschchen: Dein Baby trinkt weniger an der Brust – der Körper passt die Menge an.
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Hormonelle Veränderungen: Zum Beispiel bei der Rückkehr der Menstruation oder durch hormonelle Verhütungsmittel. Besonders Mittel, die Östrogen enthalten, können die Milchmenge spürbar senken. Aber auch manche Minipillen (Gestagene) können bei manchen Frauen die Produktion beeinträchtigen, obwohl sie als stillverträglich gelten. Wenn Du einen Zusammenhang mit Deiner Verhütung vermutest, sprich das mit Deiner Ärztin an.
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Neue Schwangerschaft: Viele Frauen wissen nicht, dass eine erneute Schwangerschaft die Milchmenge erheblich reduzieren kann – oft schon im ersten Trimester. Wenn Du stillt und Deine Periode ausgeblieben ist, lohnt sich ein Schwangerschaftstest.
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Bestimmte Medikamente: Manche Medikamente können die Milchproduktion beeinflussen.
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Zu wenig Trinken: Auch Dehydrierung kann die Milchmenge senken.
Die wichtigste Strategie: Häufiger entleeren
Egal, was den Rückgang ausgelöst hat – die effektivste Gegenstrategie ist immer dieselbe: öfter und vollständiger entleeren. Dein Körper orientiert sich daran, wie viel Milch abgerufen wird, und passt die Produktion entsprechend an.
Was Du konkret tun kannst:
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Leg Dein Baby häufiger an – auch wenn es nicht direkt Hunger signalisiert. Anbieten schadet nicht.
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Pumpe nach dem Stillen nach, um die Brust vollständiger zu entleeren.
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Plane zusätzliche Pumpeinheiten ein – am effektivsten sind die frühen Morgenstunden direkt nach dem Aufwachen, wenn der Prolaktinspiegel am höchsten ist. Auch eine Einheit nachts wirkt sich positiv aus.
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Nutze wenn möglich eine Doppelpumpe: Beidseitiges gleichzeitiges Pumpen erhöht nachweislich den Prolaktinspiegel stärker als einseitiges Pumpen.
Damit das Abpumpen wirklich effektiv ist, lohnt es sich, die häufigsten Fehler beim Milchpumpen zu kennen.
Power Pumping: Ein intensives Protokoll für schnelle Ergebnisse
Power Pumping ist eine Technik, bei der Du das häufige Saugen eines Wachstumsschubs beim Baby imitierst. Das Ziel: Der Körper soll einen erhöhten Bedarf „wahrnehmen" und die Produktion hochfahren.
Ein typisches Power-Pumping-Schema (1 Stunde täglich):
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Zeit |
Aktion |
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20 Minuten |
Pumpen |
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10 Minuten |
Pause |
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10 Minuten |
Pumpen |
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10 Minuten |
Pause |
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10 Minuten |
Pumpen |
Tipp: Power Pumping ist am effektivsten, wenn es zu einer Zeit mit hohem Prolaktinspiegel durchgeführt wird – also am frühen Morgen oder direkt nach dem Aufwachen. Eine elektrische Doppelpumpe macht dabei den Unterschied – Du kannst eine Milchpumpe unkompliziert mieten, ohne sie kaufen zu müssen.
Wichtig: Nicht erschrecken, wenn in der ersten Woche wenig passiert. Die Wirkung setzt meistens nach 3–7 Tagen ein. Und: Power Pumping ersetzt keine regulären Pumpeinheiten – es kommt zusätzlich obendrauf.
Brustmassage und Wärme
Vor dem Pumpen oder Stillen kann sanfte Wärme und Massage den Milchfluss erleichtern:
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Wärme die Brust mit einem warmen Waschlappen oder einer Wärmflasche.
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Massiere die Brust sanft kreisförmig in Richtung der Brustwarze.
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Während des Pumpens kannst Du die Brust weiter sanft massieren oder komprimieren – das fördert die Entleerung.
Was ist mit Stilltee und Galaktagoga?
Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln und Kräutern, denen nachgesagt wird, die Milchmenge zu steigern – zum Beispiel Fenchel, Bockshornklee, Hafer oder Brauereihefe. Diese sogenannten Galaktagoga können bei manchen Frauen unterstützend wirken, ersetzen aber niemals häufiges Anlegen oder Pumpen. Die wissenschaftliche Datenlage ist zudem noch begrenzt.
Ein besonderer Hinweis zu Bockshornklee: Dieses Kraut wird besonders häufig empfohlen, hat aber bei manchen Frauen unangenehme Nebenwirkungen – darunter ein ahornsirupähnlicher Körpergeruch, Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen. Frauen mit Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen sollten Bockshornklee nur nach Rücksprache mit ihrer Ärztin einnehmen.
Bitte beachte: Manche Kräuter sind in der Stillzeit nicht unbedenklich. Sprich vor der Einnahme immer mit Deiner Hebamme oder Ärztin – gerade dann, wenn Du auch Medikamente nimmst.
Was Du für Dich selbst tun kannst
Klingt vielleicht wie ein Klischee, aber: Dein eigenes Wohlbefinden ist kein Luxus, sondern Teil der Milchproduktion.
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Trink ausreichend: 2–3 Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees täglich.
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Iss regelmäßig und ausgewogen: Dein Körper braucht Energie, um Milch zu produzieren – ca. 500 Kalorien mehr als vor der Schwangerschaft.
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Schlaf, wenn immer es geht: Schlafentzug hemmt die Milchproduktion nachweislich.
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Stress reduzieren: Leichter gesagt als getan mit einem Baby – aber Mini-Pausen, Unterstützung aus Deinem Umfeld und das bewusste Loslassen von Druck können helfen.
- Schmerzen beim Stillen können ein Grund sein, warum die Milchmenge sinkt. Was dahintersteckt und was hilft, erfährst Du hier.
Wann zur Fachkraft?
Wenn die Milchmenge trotz aller Maßnahmen nach 1–2 Wochen nicht zunimmt oder weiter sinkt, solltest Du Dir Unterstützung holen. Eine Hebamme oder zertifizierte Stillberaterin (IBCLC) kann:
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den Milchtransfer beim Anlegen beurteilen,
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eine Gewichtskontrolle beim Baby durchführen,
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individuelle Ursachen erkennen und
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einen auf Dich abgestimmten Plan erarbeiten.
Eine IBCLC in Deiner Nähe findest Du unter www.bdl-stillen.de.
Fazit
Ein Rückgang der Milchmenge ist kein unabwendbares Schicksal. Mit dem richtigen Vorgehen – häufiger Entleeren, Power Pumping, Selbstfürsorge – lässt sich die Produktion in vielen Fällen wieder ankurbeln. Wichtig ist, früh zu handeln, mögliche Ursachen wie eine neue Schwangerschaft oder Verhütungsmittel im Blick zu behalten und Dir bei Bedarf Hilfe zu holen.

















