Das Wichtigste in Kürze: Die zuverlässigste Methode ist die Kombinationspille (Pillenpause verkürzen oder durchnehmen). Norethisteron ist verschreibungspflichtig und funktioniert auch ohne hormonelle Verhütung. Hausmittel wie Schafgarbe oder Mönchspfeffer sind nicht zuverlässig und keine planbare Methode.
Welche Methode zu Dir passt, hängt davon ab, ob Du hormonell verhütest und wie viel Vorlaufzeit Du hast.
Periode mit der Pille verschieben
Wenn Du eine einphasige Kombinationspille einnimmst, sind zwei Methoden möglich:
- Pillenpause verkürzen: Statt 7 Tage Pause nur 4 Tage einlegen, dann direkt neuen Blister beginnen. Die Periode setzt später ein.
- Pille durchnehmen (Langzyklus): Ohne Pause direkt mit dem nächsten Blister starten. Die Blutung bleibt komplett aus.
- Wichtig: Mehrphasige Pillen eignen sich nicht für eigenständiges Verschieben, hier immer ärztliche Absprache. Der Verhütungsschutz bleibt bei korrekt durchgeführtem Langzyklus erhalten.
Periode verschieben mit dem Verhütungsring
Beim NuvaRing: statt der einwöchigen Pause direkt einen neuen Ring einsetzen. Die Entzugsblutung bleibt aus. Ein Ring darf maximal 5 Wochen am Stück getragen werden.
Kann ich die Periode mit der Minipille verschieben?
Nein - nicht gezielt. Die Minipille wird ohnehin durchgehend eingenommen, es gibt keine Pillenpause. Viele Frauen bekommen dadurch seltener oder gar keine Blutungen mehr, aber der Zeitpunkt lässt sich nicht aktiv steuern.
Periode im Langzyklus
Beim Langzyklus wird die Pille (am häufigsten eine einphasige Kombipille) über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen – meist 84 Tage oder mehr. Ziel ist es, Beschwerden wie Schmerzen, Migräne, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung gezielt zu vermeiden oder zu verringern und/oder die Periode ganz zu stoppen. Anschließend folgt eine verkürzte Einnahmepause oder eine reguläre Pause von bis zu sieben Tagen, bevor der nächste Blister beginnt. In dieser Zeit kommt es gewöhnlich zu einer Abbruchblutung.
Prinzipiell können auch Einphasen-Mikropillen im Langzyklus verwendet werden. Die meisten Mikropillen sind offiziell zwar nicht für die Anwendung im Langzyklus bestimmt, können aber prinzipiell ebenfalls durchgenommen werden. Man spricht dann von einer „off label“-Nutzung, die immer mit ärztlichem Fachpersonal abgesprochen werden muss.
Frauen, die mit der Minipille verhüten, nehmen diese in der Regel durchgehend, als jeden Tag, ein und machen keine Pillenpause. Die Minipille ist damit per Definition ein Langzyklus-Präparat, auch wenn sie nicht gezielt zur Periodenverschiebung eingesetzt wird. Frauen, die die Minipille einnehmen, haben meistens keine regelmäßigen Blutungen.
WICHTIG:
Früher wurde empfohlen, maximal drei Blisterpackungen hintereinander einzunehmen. Heute weiß man: Auch ein Langzyklus über mehrere Monate hinweg ist bei guter Verträglichkeit möglich. Eine individuelle ärztliche Begleitung bleibt dabei essenziell.
Periode verschieben ohne Pille
Auch wenn Du keine hormonelle Verhütung nutzt, gibt es Möglichkeiten, die Menstruation zu beeinflussen.
Periode verschieben ohne Pille: Norethisteron
Norethisteron ist ein reines Gestagenpräparat, das in Deutschland verschreibungspflichtig ist. Es wird 3 Tage vor dem erwarteten Periodenbeginn eingenommen und kann die Menstruation um mehrere Tage bis Wochen verzögern. Die Periode setzt ein, sobald Norethisteron abgesetzt wird.
Achtung: Norethisteron ist bei Thrombosegefahr, Lebererkrankungen oder möglicher Schwangerschaft kontraindiziert. Bei Zwischenblutungen: normal, kein Grund zur Sorge.
In Großbritannien ist Norethisteron als „Holiday Pill“ apothekenpflichtig erhältlich, in Deutschland nur auf Rezept. Kosten: ca. 10-30 Euro je nach Dosis und Anbieter.
Periode verschieben mit Hausmitteln - was funktioniert wirklich?
Ingwer, Schafgarbe, Himbeerblätter, Mönchspfeffer - all das kursiert im Netz als Methode, die Periode zu beeinflussen. Das Problem: Es gibt keine belastbaren Studien, die eine zuverlässige Wirkung belegen. Einzelne Frauen berichten von leichten Effekten, eine planbare Verschiebung ist damit jedoch nicht möglich.
Was tatsächlich den Zyklus beeinflussen kann: sehr niedriger Körperfettanteil (z. B. bei Leistungssport), extremer Stress oder starker Gewichtsverlust. Diese Veränderungen sind aber keine kontrollierbaren Methoden
Wenn du pflanzliche Mittel ausprobieren möchtest, achte auf hochwertige Produkte aus der Apotheke oder geprüften Shops. Beobachte deinen Zyklus über mehrere Monate hinweg und sprich im Zweifel mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen, bevor du dauerhaft etwas einnimmst.
Wie früh muss ich mit der Planung beginnen?
- Kombinationspille: Keine Vorlaufzeit nötig - einfach Pause weglassen.
- Norethisteron: Muss 3 Tage vor dem erwarteten Periodenbeginn beginnen. Verschreibung vorher einholen.
-
Verhütungsring: Beim Ringwechsel direkt neuen einsetzen - keine extra Vorlaufzeit.
Ist es gefährlich, die Periode zu verschieben?
Nein, gelegentliches Verschieben ist nach aktuellem Kenntnisstand unbedenklich. Studien zeigen keine langfristigen Risiken durch das Weglassen der Pillenpause. Wer die Periode dauerhaft unterdrücken möchte, sollte das ärztlich begleiten lassen.
Wichtig: Die Menstruation „zurückzuhalten“ schadet nicht. Die Entzugsblutung in der Pillenpause ist keine echte Regelblutung, sondern eine hormonell ausgelöste Reaktion – auf sie zu verzichten ist medizinisch nicht bedenklich
Häufige Fragen (FAQ)
Wie oft kann ich meine Periode verschieben?
Gelegentliches Verschieben ist unbedenklich. Dauerhaftes Unterdrücken ist mit ärztlicher Begleitung möglich.
Kann ich die Periode auch kurzfristig verschieben?
Mit der Pille: ja, sofort. Mit Norethisteron: Rezept notwendig, Einnahme muss 3 Tage vor dem Periodenbeginn starten.
Beeinflusst das Verschieben die Fruchtbarkeit?
Nein. Nach Absetzen der Methode normalisiert sich der Zyklus wieder.
Was ist der Unterschied zwischen Periode verschieben und Langzyklus?
Beim gezielten Verschieben überspringst Du eine Blutung. Beim Langzyklus nimmst Du die Pille dauerhaft ohne Pause - mit wenigen oder keinen Blutungen über Monate.
Quellen:
[^1]: Hinweis: Einzelne medizinische Informationen wurden mit fachlicher Unterstützung von Prof. Dr. Mandy Mangler erstellt. Der Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

















