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Die Pille und ihre Nebenwirkungen: Ein umfassender Überblick

Die Pille und ihre Nebenwirkungen: Ein umfassender Überblick

Seitdem die Pille in den 1960er Jahren auf den Markt kam, wurde sie vielfach verändert und optimiert: In den Anfängen der Pille war die enthaltene Hormondosis wesentlich höher als heute, was zu einer Vielzahl von Nebenwirkungen wie Appetitsteigerung und starken Wassereinlagerungen führte. Im Laufe der Jahre wurde die Zusammensetzung und Hormondosis in der Pille variiert, um die Nebenwirkungen bei gleichbleibender empfängnisverhütender Wirkung zu minimieren. Vor allem das für die meisten Nebenwirkungen verantwortliche Östrogen wurde kontinuierlich reduziert. Heutige Kombinationspillen haben nur noch einen Östrogengehalt von 20 bis 30 Mikrogramm.

Die meisten Frauen vertragen niedrig dosierte Pillen ohne Probleme. Trotz aller Anpassungen ist die Pille aber ein Medikament, das in unseren Hormonhaushalt eingreift und bleibt somit auch nicht immer ohne Nebenwirkungen.

Häufige allgemeine Nebenwirkungen der Pille

Zu den häufig beschriebenen Nebenwirkungen der Kombinationspillen gehören Übelkeit und Durchfall, Kopfschmerzen und gelegentlich Stimmungsschwankungen. Einige Frauen berichten auch von verminderter Libido (verminderte sexuelle Lust) unter der Einnahme der Pille.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Frauen dieselben Erfahrungen machen und dass viele der anfänglichen Nebenwirkungen nach einer Anpassungsphase verschwinden können. Auch hängen sie von der Art der verwendeten Pille ab.

Typischerweise treten die meisten Nebenwirkungen in den ersten Zyklen nach erstmaligem Beginn der Pille oder nach einem Wechsel des Pillen-Präparates auf. Meist verbessert sich die Verträglichkeit innerhalb der ersten Monate. Sofern die Beschwerden nicht übermäßig stark ausgeprägt sind, wird daher empfohlen, die Pille für einen Zeitraum von wenigstens drei Monaten einzunehmen, um festzustellen, ob sie insgesamt gut vertragen wird und den Bedürfnissen der Patientin gerecht wird.

Wenn Nebenwirkung sehr ausgeprägt sind oder auch nach mehreren Zyklen weiterbestehen, kann mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt der Wechsel auf ein neues, anders dosiertes Präparat besprochen werden. Auf dem deutschen Markt sind mittlerweile mehr als 50 verschiedene Präparate der Verhütungspille erhältlich.

Veränderung der Blutung

Die Blutung in der Pillenpause ist meist deutlich schwächer und kürzer als eine normale Regelblutung, auch begleitende Regelschmerzen sind unter der Pille oft weniger ausgeprägt. Frauen, die mit starken Blutungen trotz Pilleneinnahme konfrontiert sind, sollten dies mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.

Viele Frauen nehmen niedrig dosierte Pillen mit 20 μg Ethinylestradiol. Bei einigen Frauen kann durch die sehr niedrige Dosierung die Blutung in der Pillenpause ganz ausbleiben. Wenn die Pille regelmäßig ohne Einnahmefehler eingenommen wurde, ist eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Die Pille sollte auf jeden Fall immer pünktlich und wie gehabt weiter genommen werden, auch wenn die Blutung in der Pillenpause nicht stattgefunden hat. Wenn zwei Blutungen hintereinander ausbleiben, sollte sicherheitshalber ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden oder eine Vorstellung beim Frauenarzt oder der Frauenärztin erfolgen. Möglicherweise ist es zum Beispiel nötig, auf eine Pille mit etwas höherem Östrogengehalt zu wechseln.

Kann die Pille Zwischenblutungen verursachen?

Ja. Die Zwischenblutung ist eine der häufigsten Nebenwirkungen. Sie tritt insbesondere in den ersten drei Monaten nach Beginn der Pilleneinnahme auf. Dies kann in Form von leichten Schmierblutungen, auch braunen Schmierblutungen oder sogar stärkeren Blutungen auftreten. Es handelt sich hierbei um eine typische „Eingewöhnungsschwierigkeit“, die meist innerhalb von zwei oder drei Monaten von alleine wieder weggeht. Wenn die Blutungen auch nach vier Monaten noch unregelmäßig sind, kann der Wechsel auf ein anderes Präparat Sinn machen. Auch bei Frauen, die die Pille schon länger einnehmen, können manchmal leichte Zwischenblutungen auftreten. Sie sind meist harmlos und keine Anzeichen für Krankheiten. Dennoch sollte jede Zwischenblutung, die mehrere Monate hintereinander auftritt, immer abgeklärt werden, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

Unterleibsschmerzen und Zwischenblutungen trotz Pille?

Einige Frauen klagen über Unterleibsschmerzen in Verbindung mit Zwischenblutungen trotz Pilleneinnahme. Dies kann als Nebenwirkung bzw. eine Reaktion auf den veränderten Zyklus durch die verwendeten Hormone hinweisen. Möglicherweise besteht auch die Notwendigkeit einer Anpassung der Dosierung (z.B. Pille mit etwas höherem Östrogengehalt).

Zwischenblutungen trotz Pille - kann es am Stress liegen?

Stress kann eine Rolle bei Zwischenblutungen trotz Pilleneinnahme spielen. Der Körper reagiert auf Stress mit verschiedenen hormonellen Veränderungen, die die empfindliche Balance der körpereigenen Hormone, aber auch der Pillenwirkstoffe beeinflussen können. Frauen, die unter anhaltendem Stress leiden, sollten dies mit ihrem Arzt besprechen, um mögliche Anpassungen vorzunehmen.

“Tage” trotz Einnahme der Pille im Langzeitzyklus

Trotz durchgehender Pilleneinnahme, ohne Pillenpause, kann es vorkommen, dass Frauen ihre Regel bekommen. Dies kann verschiedene Gründe haben, einschließlich vergessener Pillen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder individueller Reaktion des Körpers. Wenn dies häufig auftritt, sollten ernstere medizinische Ursachen ausgeschlossen und eine Überprüfung der Pille oder -dosierung in Erwägung gezogen werden.
Mehr Informationen zum Langzeitzyklus findest Du hier

Gewichtszunahme als Nebenwirkung der Pille

Viele Frauen befürchten, dass sie von der Pille dick werden. Tatsächlich nehmen nur wenige Frauen zu, wenn sie die Pille nehmen. Meist sind es zu Anfang zwei bis fünf Kilo, möglicherweise bedingt durch Wassereinlagerungen. Häufig reguliert sich diese Gewichtsschwankung nach der Eingewöhnungszeit. Einige Frauen nehmen während der Pilleneinnahme auch an Gewicht ab. Bei den meisten Frauen ändert sich jedoch das Gewicht wenig oder gar nicht. Wer nach drei Monaten immer noch deutlich mehr wiegt als vor Beginn der Pilleneinnahme, kann ein anderes Präparat mit veränderter Hormonzusammensetzung ausprobieren. Spezielle „Schlankheitspillen“ gibt es nicht.

Veränderung der Haut als Nebenwirkung der Pille

Bei einigen Pillen-Präparaten treten besonders zu Anfang der Einnahme Hautunreinheiten auf. Gelegentlich kann das in den kombinierten Pillen enthaltene Östrogen bräunliche Flecken auf der Haut verursachen. Diese Hyperpigmentierung (Melasma) kann auch durch Sonneneinstrahlung verursacht bzw. verstärkt werden. Viele junge Mädchen mit Akne bemerken unter der Pille eine Verbesserung ihrer Haut. Besonders Pillen mit den sogenannten antiandrogen wirkenden Gestagenen (wie Dienogest, Chlormadinonacetat, Drospirenon, Cyproteronacetat) können eine Verbesserung des Hautbildes bewirken und werden bei mittlerer bis schwerer Akne eingesetzt.

Diese positive Nebenwirkung führte dazu, dass die Pille teilweise als “Lifestyleprodukt” für schönere Haut, vollere Brüste und besseres Haar beworben wurde. Mediziner warnen jedoch davor, die Pille ausschließlich wegen ihrer positiven Nebenwirkungen einzunehmen, wenn keine Empfängnisverhütung gewünscht ist. Denn gerade Kombinationspillen mit antiandrogen wirkenden Gestagenen (3. und 4. Generation) haben ein höheres Thrombose-Risiko, welches berücksichtigt werden muss. Eine Nutzen-Risiko Abwägung durch einen Facharzt ist hier immer sinnvoll.

Andere Nebenwirkungen der Pille

Manchmal können anfänglich im Zusammenhang mit der Einnahme Übelkeit und Schwindel auftreten, was sich meist im weiteren Verlauf bessert. Manche Frauen bemerken Brustspannen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen, was Östrogen bedingte Beschwerden sein können. Auch Veränderungen – meist Abnahme – der sexuellen Lust sind möglich. Wenn solche Nebenwirkungen nach etwa 3 Monaten weiter bestehen, kann es sinnvoll sein, eine andere Pille auszuprobieren.

Anmerkung zur östrogenfreien Pille: Aufgrund des fehlenden Östrogens und ihrer geringen Hormondosis hat die Minipille insgesamt geringere Nebenwirkungen. Typische Östrogen bedingte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Brustspannen oder Pigmentflecken treten unter der Minipille beispielsweise kaum auf.

Durch die Minipille kommt es aber etwas häufiger zu Menstruationsstörungen, wie Schmierblutungen oder Durchbruchblutungen. Außerdem können die Zyklen sehr kurz oder auch stark verlängert sein. Manchmal bleibt die Menstruation komplett aus, was beunruhigen kann, aber ungefährlich ist.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen der Kombinationspillen

Medizinische Studien und Patienten-Statistiken zeigen, dass die Einnahme der Kombinations- Pille das Risiko für bestimmte gesundheitliche Probleme erhöhen kann. Dazu gehören eine erhöhte Neigung zu Thrombosen und ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs.

Thrombose, Herzinfarkt, Schlaganfall als Nebenwirkungen der Pille

Eine seltene, aber ernsthafte Komplikation, die im Zusammenhang mit der Kombinationspille auftreten kann, sind Thrombosen. Thrombosen sind insgesamt seltene Ereignisse. Statistisch gesehen tritt eine Thrombose unter der Pille vor allem in den ersten sechs bis 12 Monaten nach Beginn der Pilleneinnahme und am häufigsten in den ersten drei Monaten auf.

Thrombosen sind Blutgerinnsel, die meist in den tiefen Beinvenen auftreten. Lösen sich diese Blutgerinnsel ab, können sie durch den Blutkreislauf in die arteriellen Gefäße der Lunge, des Gehirns oder Herzens gelangen und diese blockieren. Dadurch können die lebensbedrohliche Lungenembolie, Schlaganfälle oder auch ein Herzinfarkt entstehen. Allerdings sind Herzinfarkte und Schlaganfälle bei jungen, nicht rauchenden Frauen unter 35 extrem selten.

Wenn Frauen bei der Pilleneinnahme zum ersten Mal oder stärker als vorher Migräne bekommen, kann das ein Anzeichen für ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko sein. Dann sollte die Pille abgesetzt werden. Auch Frauen, die rauchen, Übergewicht haben oder einen hohen Blutdruck haben, bekommen häufiger eine Thrombose, Schlaganfall oder auch Herzinfarkt. Diese Frauen sollten zusammen mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin überlegen, ob und welche anderen Verhütungsmethoden für sie besser geeignet sind.

Das Thromboserisiko verschiedener Pillen ist je nach dem enthaltenen Gestagen unterschiedlich hoch und hängt außerdem von bestehenden Risikofaktoren ab. Thrombosen können insbesondere bei Frauen auftreten, die eine besondere Risikokonstellation dafür aufweisen. Zu diesen Risikofaktoren gehören Rauchen, Übergewicht, genetische Veranlagung und andere medizinische Bedingungen.

Thromboserisiko der Pille in Zahlen

Pillen der neueren Generationen mit Wirkstoffen wie Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon weisen ein höheres Thromboserisiko auf (9-12 von 10 000). Im Gegensatz dazu enthalten Antibabypillen der 1. und 2. Generation häufiger ältere Gestagene wie Levonorgestrel oder Norethisteron, die insgesamt ein geringeres Thromboserisiko haben (5-7 von 10 000).

Wie hoch ist das Risiko, unter Einnahme der Pille, innerhalb eines Jahres eine venöse Thromboembolie zu erleiden?

Gruppe

  Anzahl der Fälle
Junge nicht schwangere Frauen, die keine Pille nehmen Etwa 2 von 10.000 Frauen
Frauen unter Pilleneinnahme, die Gestagene Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat enthalten (Kombinationspille) Etwa 5 bis 7 von 10.000
Frauen, die Seasonique verwenden, das Levonorgestrel im Langzyklus enthält Etwa 5 bis 15 von 10.000 Frauen
Frauen, die Pillen einnehmen, die die Gestagene Etonogestrel oder Norelgestromin enthalten (Kombinationspille) Etwa 6 bis 12 von 10.000
Frauen, die Pillen einnehmen, die Dienogest in Kombination mit Ethinylestradiol enthalten (Kombinationspille) Etwa 8 bis 11 von 10.000 Frauen
Frauen, die Pillen einnehmen, die Gestagene Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon enthalten Etwa 9 bis 12 von 10.000
Frauen, die Pillen einnehmen, die Nomegestrol in Kombination mit Estradiol oder die Kombination aus Dienogest mit Estradiolvalerat enthalten Etwa gleich wie bei anderen kombinierten hormonellen Kontrazeptiva, einschließlich Levonorgestrel-haltigen Kontrazeptiva
Frauen, die Pillen einnehmen, die Chlormadinon enthalten Noch nicht bekannt, Studien laufen derzeit
In der Schwangerschaft Etwa 10 bis 30 von 10.000

https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Themendossiers/Kombinierte-hormonale-Kontrazeptiva/KOK.html

Nicht nur die Pille, sondern auch andere kombinierte hormonale Kontrazeptiva, darunter das Hormonpflaster und den Verhütungsring erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Blutgerinnseln sowohl in den Venen (venöse Thromboembolien, VTE) als auch in den Arterien (arterielle Thromboembolien, ATE).

Bei der Erstverordnung der Pille empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), bevorzugt Pillen mit dem niedrigsten Risiko für Thrombosen zu verordnen, falls nicht bestimmte Gründe für die Verordnung einer anderen Pille sprechen.

Wichtiger Hinweis: Das Thromboserisiko steigt auch nach größeren operativen Eingriffen und bei längerer Immobilisation. Es sollte immer daran gedacht werden, den betreuenden Arzt zu informieren, falls eine größere Operation ansteht oder man voraussichtlich längere Zeit bettlägerig sein wird.

Prio One-Tipp: Die Ärztin oder der Arzt wird sich – gerade wenn Du zum ersten Mal die Pille verschrieben bekommen möchtest – wahrscheinlich nach Thromboserisiken bei Dir und Deiner Familie erkundigen, bevor er oder sie eine Pille für Dich auswählt. Dazu gehören z.B. Fragen nach bestehender Migräne, aktuellen Blutdruck-Werten, erhöhten Blutfettwerten, Rauchen, anstehende Operationen oder Thrombosen in der Familie. Um sich auf einen Beratungstermin vorzubereiten, kann man vorab erfragen, ob in der Familie bereits Thrombosen aufgetreten sind. Eine sehr wichtige Information für die Frauenärztin oder den Frauenarzt wäre zum Beispiel, ob die eigene Mutter in der Schwangerschaft oder unter der Pille schon einmal eine Thrombose hatte.

Anmerkung zur östrogenfreien Pille: Gestagen Monopräparate (Minipille) erhöhen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft das Risiko für thromboembolische Ereignisse nicht.

Erhöht die Pille das Krebsrisiko?

Frauen, die Verhütungspillen verwenden, haben eine geringfügig höhere Rate an Brustkrebsdiagnosen im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen. Dennoch ist die Erkrankung bei Frauen unter 35 Jahren sehr selten. Die Statistik zeigt, dass pro 10.000 Pillenanwenderinnen etwa ein zusätzlicher Brustkrebsfall auftritt. Für Frauen, die die Pille bis zum 40. Lebensjahr verwenden, erhöht sich die Zahl der zusätzlichen Fälle von Brustkrebs innerhalb der folgenden zehn Jahre auf 19 pro 10.000. Jedoch gleichen sich die Raten zehn Jahre nach dem Absetzen der Pille wieder an jene der Allgemeinbevölkerung an. Andererseits verringert die Pille signifikant das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Laut einigen Studien bleibt der schützende Effekt auch noch Jahre nach Absetzen des Kontrazeptivums bestehen. Quelle: https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/pille Prio One-Tipp: Wenn in der Familie viele Frauen sehr jung (z.B. unter 50 Jahren) an Brustkrebs erkrankten (z.B. Mutter, Schwester, Tanten, Cousinen), ist es ratsam, dies der Ärztin bzw. dem Arzt mitzuteilen, bevor die Pille verschrieben wird. Vermutlich ist diese in einem solchen Fall dann kein geeignetes Verhütungsmittel.

Fazit zu den Nebenwirkungen der Pille

Wie schon erwähnt, gibt es in Deutschland über 50 Pillenpräparate mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Diese Präparate werden von verschiedenen Firmen unter anderen Markennamen angeboten, sodass es insgesamt mehrere Hundert Pillenmarken gibt, zwischen denen gewählt werden kann. Daher ist es ratsam, die Packungsbeilage des spezifischen Präparats zu konsultieren oder sich direkt an den verschreibenden Arzt zu wenden, um genaue Informationen zu erhalten.

Die Entscheidung für oder gegen die Pille sollte immer auf einer individuellen Abwägung von persönlichen Gesundheitsfaktoren und Lebensumständen basieren. Frauen, die die Pille einnehmen oder in Erwägung ziehen, sollten dies mit ihrem Arzt besprechen, um mögliche Risiken und Nutzen individuell abzuwägen und eventuell alternative Verhütungsmethoden besprechen, um die für sie am besten geeignete Option zu finden.

Nebenwirkungen am Beispiel der Pille Maxim

Eine sehr beliebte Pillenmarke ist Maxim®. Wir wollen daher die möglichen Nebenwirkungen beispielhaft nochmal an “Maxim” besprechen. Beachte, dass Maxim lediglich der Markenname ist und es viele andere Präparate mit exakt der gleichen Hormonzusammensetzung auf dem Markt gibt.

Maxim® gehört zu den Einphasen-Kombinationspille der 4. Generation. Eine Tablette dieser Mikropille enthält 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest.

Die weitaus häufigsten Nebenwirkungen von Maxim® sind Kopfschmerzen und Brustbeschwerden (Brustspannen und Schmerzen). Sie tritt bei etwa 1-10 von 100 Anwenderinnen auf.

Relativ häufig (1-10 von 1000 Anwenderinnen) treten außerdem genitale Beschwerden wie Entzündungen des äußeren Genitals und Pilzinfektionen auf.

Weiter werden im Beipackzettel als gelegentliche (1-10 von 1000 Anwenderinnen) Nebenwirkungen folgende Beschwerden aufgeführt:

  • gesteigerter Appetit
  • depressive Verstimmung
  • Migräne
  • Benommenheit
  • Hoher oder niedriger Blutdruck
  • Bauchschmerzen (einschließlich Blähungen)
  • Übelkeit, Erbrechen,Durchfall
  • Akne
  • Haarausfall (Alopezie)
  • Hautausschlag, Juckreiz
  • irreguläre Abbruchblutungen, einschließlich starke Blutungen (Menorrhagie), schwache Blutungen (Hypomenorrhoe), seltene Blutungen (Oligomenorrhoe) und Ausbleiben der Blutung (Amenorrhoe), Zwischenblutungen (vaginale Hämorrhagie und Metrorrhagie), schmerzhafte Blutungen(Dysmenorrhoe)
  • Vaginalausfluss, Eierstockzysten, Beckenschmerzen, Brustvergrößerung, Brustödeme
  • Erschöpfung einschließlich Schwäche, Ermüdung und generellen Unwohlseins
  • Gewichtszunahme

Als Präparat der 4. Generation beinhaltet das Gestagen Dienogest und gehört zu den risikoreichen Pillen in Bezug auf das Thromboserisiko (8-11 von 10.000 Anwenderinnen pro Jahr)

Frauen, die unter einer Blutgerinnungsstörung leiden oder bereits Erfahrungen mit Blutgerinnseln in Blutgefäßen oder Organen gemacht haben, wird im Allgemeinen von der Einnahme von Maxim® abgeraten. Bei diesen Anwenderinnen können die Risiken und Nebenwirkungen besonders schwerwiegend sein, weshalb die Verwendung der Pille Maxim® für sie als gefährlich betrachtet wird.

Auch Frauen mit bestehenden Risikofaktoren für eine Thrombose sollten Maxim® nicht verwenden. Zu diesen gehören beispielsweise schwerer Diabetes mit Schädigung der Blutgefäße, sehr hoher Blutdruck, sehr hoher Blutfettspiegel (Cholesterin oder Triglyceride), Störungen der Blutgerinnung, Herzinfarkt in der Vorgeschichte usw.

Laut Studien können sich einige Erkrankungen unter Maxim® verschlechtern. Im Folgenden sind Zustände und Erkrankungen aufgelistet, bei denen Maxim® nur bedingt eingesetzt werden kann:

  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Hämolytisches urämisches Syndrom
  • Sichelzellanämie
  • Hypertriglyceridämie (erhöhte Blutfettwerte)
  • Oberflächliche Thrombophlebitis (Venenentzündung) und Krampfadern
  • Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen
  • Leber- oder Gallenblasenerkrankung
  • Gelbsucht oder Juckreiz
  • Chloasma (hormonell bedingte Hyperpigmentierung)
  • Porphyrie ( Störung der Hämoglobinbildung)
  • Depressionen
  • Epilepsie
  • Innenohrschwerhörigkeit (Otosklerose-bedingter Hörverlust)
  • Veitstanz (Chorea Sydenham)
  • Angeborenes Angioödem (auch als Quincke-Ödem bekannt)

Die Anwendung von Maxim® über viele Jahre geht mit einer leicht gesteigerten Diagnosehäufigkeit von Brustkrebs einher.

Der Beipackzettel für Maxim® enthält alle aufgeführten Hinweise und weitere seltene bzw. wenig häufige Nebenwirkungen werden dort explizit aufgeführt.

 

Medizinisch geprüft durch Navina Klöckner (Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe)

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